Martin Heger

Martin Heger ist der 1. Tenor und ermöglicht mit seiner überaus flexiblen Stimme den Arrangeuren, selbst die anspruchsvollen Sätze der Comedian Harmonists in originaler Tonlage zu reproduzieren. Er gibt bei Schall & Rauch den Ton an – im wahrsten Sinne des Wortes. 

 

Die ersten 20 Jahre seines Lebens widmet Martin der sog. klassischen Musik. Er nimmt schon mit sieben Jahren Klavierunterricht und spielt im Jugendorchester der Kirchengemeinde Xylophon. Da er einen begnadeten Sopran hat, steht lange die Frage im Raum, ob er im Dresdner Kreuzchor singen solle. Allerdings will er dann doch nicht mit acht Jahren von seiner Familie getrennt werden und ins Internat nach Dresden ziehen. So trainiert er nach dem Stimmbruch seine Stimme mithilfe diverser Gesanglehrer und wird ein gefragter Tenor in  den unterschiedlichsten Berliner Ensembles.

 

In den Mittzwanzigern wagt er den Sprung von der Klassik zum Improvisationsgesang, dem er sage und schreibe fünf Jahre frönt. Dort entdeckt er sein Falsett, bis dato schmählich vernachlässigt von allen Lehrern und auch von ihm selbst. Das eröffnet ihm ungeahnte Höhen und schließlich die Chance seines Lebens: 2006 wird er Tenor bei Schall & Rauch und genießt seither die Harmonie dieses Männerquartetts.

Rainhard Koch

Rainhard „Bongo“ Koch ist 2. Tenor, Groove-Beauftragter und bedient als Arrangeur bei Schall & Rauch hauptsächlich die Bereiche Gospel/Spiritual sowie Beatles.

 

Als Schüler will er noch Boogie-Pianist werden und verbringt entsprechend viel Zeit am Klavier; das Cello hingegen ist mehr Pflicht als Muße. Aber auch schon damals fasziniert ihn die Musik der Comedian Harmonists und der King’s Singers, weshalb es für ihn ganz klar ist, er werde irgendwann selbst solche Musik machen. 

 

Zu Studienzeiten in Göttingen macht er den ersten Schritt in diese Richtung mit seinem gemischten Ensemble Bongo & Co., das sich stilistisch an Take 6, The New York Voices und The Manhattan Transfer orientiert. Später ist er acht Jahre lang Mitglied des Kölner Männerquartetts Lulu’s Delight, in dem er endlich Stücke der Comedian Harmonists singen kann; auch die Mills Brothers und das Golden Gate Quartet sind starke Einflüsse.

 

2007 komplettiert Bongo die „wiedergeborenen“ Schall & Rauch und gibt anfangs den 1. Tenor. Nach einiger Zeit tauscht er mit Martin Heger, so daß der heute noch gültige Sound entsteht.

Matthias Lichtenberg

Matthias Lichtenberg ist Bariton. Was aber noch viel wichtiger ist: In seiner Rolle als Conférencier macht er jeden Auftritt von Schall & Rauch zu einem einmaligen und unvergeßlichen Erlebnis. Und mit seinen frech-hintergründigen Texten, vertont und arrangiert von Horst Jaeger, setzt er dem Repertoire die Krone des wahrhaftig Selbstgemachten auf.

 

Eigentlich kommt Matthias vom Sport her. Zwei Jahrzehnte lang treibt er sich in zahllosen Fußball-Amateurligen auf sämtlichen Positionen (außer der des Torstehers) herum, ehe ihn die damit fast zwangsläufig verbundenen Verschleißerscheinungen zur Aufgabe zwingen und ihn dem Gesang in die Arme treiben, dem er nach jedem gewonnenen Spiel ohnehin schon gefrönt hat.

 

Aber jetzt wird aus dem gepflegten Kneipengesang das ambitionierte Chorsingen, daneben immer forcierter der Männerquartettgesang auf Wohnzimmer-, Theater- und sonstigen Bühnen zwischen Norderney und Hongkong, in den besten Jahren bereits zusammen mit Horst Jaeger.

 

Als das 2004 vorerst ein Ende findet dauert es nur zwei Jahre, bis Matthias gemeinsam mit dem vormaligen Baß Schall & Rauch zu neuem Leben erweckt.

Ha-Jo Haase

Ha-Jo Haase ist als Baß von fundamentaler Bedeutung für Schall & Rauch. 

 

1980 beginnt sein musikalischer Werdegang; sowohl in der ambitionierten Jugendkantorei mit sehr vielen Eigenkompositionen des Chorleiters (frühes Training der modernen Musik in ungewöhnlicher Harmonik …) als auch im landeskirchenweit hoch geschätzten Posaunenchor widmet er sich zunächst vorrangig der geistlichen Musik. Er merkt schnell, daß das Singen in kleinstmöglicher Besetzung eines Favoritchores oder sogar als Soliloquent besonders viel Spaß macht. Zusätzlich erforscht er „die andere Seite“ duch fast 20jährige Teilnahme an der landeskirchlichen Chorleitersingwoche. Ende der 80er ist er mit der Posaune in diversen Bands der Braunschweiger Szene sehr aktiv und lernt das auf weltlichen Bühnen doch etwas aufregendere Leben zu schätzen. 

 

Nachdem er studienbedingt nach Berlin übergesiedelt ist, wird von 1992 bis 2007 der neue chor berlin seine musikalische Heimstatt; dort widmet er sich dem anspruchsvollen Accappella-Gesang in der fordernden Besetzung eines recht kleinen Kammerchores. Zusätzlich ist er Mitte der 90er der tiefe Baß eines zwölfköpfigen Jazz-Chores mit vorwiegend eigenen, ungewöhnlichen Arrangements.

 

Ein medialer Höhepunkt (wenn auch sängerisch weniger herausfordernd als tänzerisch) ist für Ha-Jo die Teilnahme am deutschen Vorentscheid des European Song Contest 2004 mit DJ Westbam. Seine Aufnahme von Gesangs- bzw. Bläser-Stimmen für das Solo-Album der Braunschweiger Sängerin Hanni Morr alias Anna Roskinski ist 2015 ein weiteres Highlight.

 

Nach einem kurzen Intermezzo beim ensemBerlino vocale stößt er 2010 zu Schall & Rauch, wo er endgültig seine Heimat findet. Zusammen mit Horst Jaeger ist er zudem von 2017 bis 2022 bei den Berlin Time Travellers aktiv. Ha-Jos zweites musikalisches Standbein ist seine Funk-Rock-Band in Hamburg, in der er mit seiner Posaune, ebenfalls seit 2010, mittlerweile tief verwurzelt ist.

Horst Jaeger

Horst Jaeger ist nicht nur 2. Tenor, sondern zeichnet auch als Arrangeur einer Vielzahl der Hits von Schall & Rauch verantwortlich. Seinen Schwerpunkt bilden dabei die Comedian Harmonists sowie deutsche Schlager von Udo Jürgens bis Helene Fischer.

 

Sowohl als Sänger wie auch als Arrangeur kann Horst auf vier Jahrzehnte intensivsten Musikmachens in unterschiedlichsten Besetzungen zurückblicken: Kaum der Schule entronnen singen die fünf [!] Jungs von Das Meisterquartett bereits im Stil der Comedian Harmonists, dann im Studium läßt das Männerquartett Die Rosenkavaliere Volkslied-Klassiker à la Silcher und in eigenen Arrangements erklingen, gegen Ende der Studienzeit nimmt das Barbershop-Quartett Die Barberbarden sogar erfolgreich an einschlägigen Wettbewerben teil, und dann konzentriert sich Das Darmstädter Quintett auf King’s Singers und Comedian Harmonists.

 

Nach Fall der Mauer und Umzug nach Berlin bereichert Horst die (gemischte) Quintessenz sowie die drei Boloney Brothers, letztere singen accappella zu instrumentalen Playbacks. Diese Idee wird sehr viel später noch einmal aufgegriffen werden … Historischer Höhepunkt ist die erste Inkarnation von Schall & Rauch, in der Horst, schon damals zusammen mit Matthias Lichtenberg, hunderte von Auftritten absolviert; von diversen Konzertreisen führen die weitesten sogar nach Hongkong bzw. nach China.

 

Es folgt berufsbedingt ein Intermezzo in Hamburg, aber da Horst das Singen und Arrangieren nicht lassen kann, gründet er dort das gemischte Sextett Schallbonbon. Es erklingen neben den obligatorischen Schlagern auch feinste Jazz-Standards.

 

Zurück in Berlin läßt sich Horst 2011 überzeugen, wieder bei Schall & Rauch einzusteigen. Zunächst wird nur eine Zweitbesetzung für den oft verhinderten Rainhard Koch gebraucht, aber bald wird deutlich, daß es zu fünft noch mehr Spaß macht. Die üblichen Engagements werden zu viert absolviert, aber zu ausgewählten Gelegenheiten stehen Schall & Rauch mittlerweile zu fünft auf der Bühne. Und zusammen mit Ha-Jo Haase frönt Horst bei den  Berlin Time Travellers von 2017 bis 2022 dem dreistimmigen Satzgesang mit Klavierbegleitung.